CD-REVIEWS:
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OSTARA
"Ultima Thule" CD (Eis & Licht)
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Es ist nicht ganz unproblematisch eine Review zu einer Band zu
schreiben, bei der mein gesamtes Herzblut als Fan dranhängt - zu leicht
verliert sich der Blick für das Wesentliche. Dennoch: das aktuelle Werk
von OSTARA "Ultima Thule" ist eine Huldigung wert, ohne
Abstriche.
Die musikalische Entwicklung von OSTARA war stets von
zwei Dingen geprägt: der unnachahmlichen Stimme von Richard Leviathan und
dem Streben nach höchstmöglicher Qualität. In Neo-Folk-Kreisen
machten sie sich als STRENGTH THROUGH JOY bereits einen Namen und zählten
neben DEATH IN JUNE und SOL INVICTUS zu den reinsten Vertretern des Genres. Nur
folgerichtig deshalb auch die Zusammenarbeit von Douglas P. und Leviathan bei
dem Projekt KAPO. Mit der Umbenennung in OSTARA (1999) folgte auch der erste
massive musikalische Richtungswechsel. Ihr erstes Album "Secret
Homeland" war voll herrlicher Pophymnen, immer jedoch durchzogen von ihren
Wurzeln im Neo-Folk. Das zweite Album "Kingdom Gone" - wie die aktuelle
CD beim Dresdner Label Eis & Licht erschienen - führte diesen Weg
konsequent fort, gemischt mit zum Teil brachialen Samplestücken.
Mit "Ultima Thule" nehmen OSTARA erneut eine musikalische
Abzweigung und verbreitern positiv ihre musikalische Basis um rockige und
elektronische Elemente. Inhaltlich blieben sie sich treu, und einige
übertriebene Ideologiewächter werden hektische Flecken bekommen. So
sind die ersten beiden Titel der CD "Rose of the World" und
"Nightmare Machines" augenscheinlich jener kürzlich verstorbenen
Regisseurin und Fotografin gewidmet, die als "Reichsgletscherspalte" bekannt
war - Leni Riefenstahl. Bereits mit dem Einstieg wird der Weg zurück
verbaut - Gitarrenriffs, diese auch noch verzerrt. Doch man gewöhnt sich
sehr schnell daran und spürt, dass sie eine passende Ergänzung sind,
die man fortan nicht mehr missen möchte.
Der "Song of
Sam" wird eingeleitet mit einem Sprachsample "Wenn ich das Wort Kultur
höre, entsichere ich meine Pistole" (Robert Ley, Chef der Arbeitsfront)
und könnte als Anklage an die amerikanische Verherrlichung alles
Gewalttätigen durchgehen. "Does the Truth Make Free" und der
titelgebende Song "Ultima Thule" sind leichtgängige, tanzbare
Stücke glasklarer Rockmusik und zeigen deutlich die Folgen des Zugewinns
an instrumentaler Front: Stu Mason (Mitglied einer britischen Punkband) und
Kari Hatakka (finnische Crossover-Combo) verhelfen dem Stück zu seiner
Güte. In diesen beiden Stücken kommen OSTARA textlich
zurück zu ihren mystisch-esoterischen Wurzeln.
Mit "Proud Black
Templar" gelingt OSTARA der vielleicht schönste Titel - ein a
capella vorgetragenes Stück, das zum Ende hin immer druckvoller und
deutlicher wirkt. Hier kann sich Leviathans Stimme voll entfalten und zeigen,
was sie kann. "Immortally Wounded" und "Black Spring" sind
düster angehauchte Pop-Balladen, die wunderschön anzuhören sind.
Restlos enttäuscht werden Neo-Folk-Puristen allerdings von
"Diva de Sade" sein, ein im Trance-Stil gehaltenes Technostück um
eine sadomasochistische Liebe. Sollen sie doch ruhig - mir gefällt die
Entwicklung, und als würden OSTARA eine Begründung für
die musikalische Fortentwicklung geben, steht im Cover: "Only ruins last
forever".
Für Freunde des Neo-Folk wie für alle anderen, die
Freude an gelungenen musikalischen Perlen haben, gehört dieser Silberling
zum Julfest auf den Gabentisch
Daniel "Bela" Bartsch für
GOTHICWORLD
Tracklist: 01. Rose of the
World 02. Nightmare Machines 03. Diva de Sade 04. Song of Sam
05. Does the Truth Make Free? 06. Ultima Thule 07. Proud Black
Templar 08. Immortally Wounded 09. Black Spring 10. Diva de Sade
(sadistic trance mix)
www.ostara.net |