CD-REVIEWS:
 |
|
WESTWERK:
"-/+" CD (Trisol Music Group)
|
| |
|
|
Westwerks Zweitwerk ist schon geraume Zeit lang
erhältlich, doch in Anbetracht, dass das Live-Debüt der vier Musiker
immer näher rückt, komme ich nicht umhin, auch noch diese CD zu
besprechen.
Man hört direkt, dass sich WESTWERK weiter entwickelt
haben. Stimmlich geht Gwydion Enbarr tiefer, hat jedoch noch ein paar Macken
aufzuweisen. War TRAUER, TOD & EWIGKEIT zweisprachig, finden sich diesmal
deutsche, englische und französische Texte, gespickt mit ein paar Brocken
Rumänisch. -/+ ist nicht nur Titel, sondern auch Konzept dieses Albums,
könnten doch nicht mehr Gegensätze textlich und musikalisch vereint
sein. So brechen WESTWERK indirekt mit ihrem ersten Album - haben einen krassen
Gegensatz aufgebaut. Doch ohne ihr Debüt wären sie nie bis hier her
gekommen. Das Spektrum reicht von minimalistisch bis episch, von
plätschernd bis erschlagend. Oft steht der Gesang total im Gegensatz zur
Musik, bricht der Text die Stimmung der Musik und baut eine andere auf.
Textlich sind WESTWERK anders, direkter geworden. Waren auf dem Debüt noch
sehr lyrische Texte vorhanden, sind sie nun eher hart, anklagend geworden. Doch
noch mehr Gegensätze tun sich auf. Die Sprache wechselt im Text - die
Phonetik haut sich selbst um und vereint so alles in sich, was nicht
zusammengehört. Doch die Harmonie der Musik rettet alles und es stellt
sich die Frage: Warum muss immer erst Anna-Varney komische Dinge tun, damit man
merkt, dass man nicht verstehen sondern fühlen muss, um die Dunkelheit der
Seele und des Geistes zu begreifen? Ich hoffe auf mehr guten Stoff von WESTWERK
und ihrer Definition von schwarz.
Meine Anspieltipps sind das
wunderschöne FRONTIÉGE und das hart daher kommende THE MEETING.
Stephan
Urbach für GOTHICWORLD
|