CD-REVIEWS:
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HUMAN
LEAGUE: "Secrets" CD (Roadrunner Records)
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"Don't
You Want Me, Babe ...", habt Ihr bestimmt alle schon mal gehört,
oder? Aber erinnet Ihr Euch noch wirklich an die Band, die seit den
Spät-Siebzigern Wegbereiter und Inspiration für so manch angesagte
Electro-Band war und von denen in einem Atemzug mit Kraftwerk, David Bowie oder
Gary Numan genannt wird?
HUMAN LEAGUE war und ist eine der
innovativsten Bands, und das nun schon über Jahrzehnte hinweg, die es
schafften den Musikmarkt mit ihrer Mischung aus elektronischen Rhythmen und
Klängen, Pop-Melodien und unterkühltem Gesang zu erobern. Ihre Musik
setzte Zeichen und die Band wurde und ist heute noch Wegbereiter des
mittlerweile feststehenden Genre-Begriffs Elektronik Pop. Mit Hits wie
"Being Boiled", "Mirror Man" und dem schon erwähnten
"Don't You Want Me" haben sie definitiv Musikgeschichte
geschrieben.
Nun schreiben wir das Jahr 2001 und sie sind wieder da.
Doch erstmal schrauben wir die Zeit zurück, für all jene, die die
Charterfolge von HUMAN LEAGUE nicht miterlebt haben:
HUMAN LEAGUE entstand dereinst in den Köpfen zweier
Computer-Tüftler und Keyboard-Player aus Sheffield, Yorkshire, England.
Martyn Ware und Ian Marsh operierten zunächst als Dead Daughters und The
Future. Erst nach dem Einstieg des ehemaligen Krankenhaus-Pförtners Philip
Oakey legten sie sich jenen Bandnamen zu, via welchem sie Geschichte schreiben
sollten. Mit Adrian Wright fand man wenig später den geeigneten "Director
Of Visuals"; seine Dia-Shows entwickelten sich binnen kürzester Zeit zu
einem Schlüsselelement der Live-Auftritte. Es war 1978 als HUMAN
LEAGUE beim Indie-Label Fast landeten und den späteren Meilenstein in
Sachen "minimal inszeniert, maximaler Effekt", die Single "Being Boiled"
veröffentlichten. Der Track enterte zwar zu jener Zeit nicht die Charts,
entwickelte sich aber zu einem beachtlichen Underground-Hit. Nach einer Tour
mit Siouxsie And The Banshees und der '79er EP "The Dignity Of Labour Parts
1-4" erschien im selben Jahr schließlich das erste Album aus dem
Hause der Elektroniker :"Reproduction" (inkl. der Hits "Being
Boiled"; "Circus Of Death" und "Empire State Human"). Mit der
Nachfolger-Platte "Travelogue" (1980) landeten die Briten
schließlich in den UK Top 20.
Leider vermochte der Erfolg dennoch
nicht die Trennung am Ende desselben Jahres zu verhindern- Ian und Martyn
drehten HUMAN LEAGUE den Rücken zu und begannen ein Projekt namens
British Electric Foundation, dessen erstes Spinoff die Band Heaven 17 war. Von
den zwei verbliebenen Membern war lediglich Oakey ein Performer, doch nachdem
die Entscheidung gefallen war, die Europa-Tour zu beenden, begann Wright
Synthesizer spielen zu lernen. Susanne Sulley und Joanne Catherall, zwei
Sängerinnen aus Sheffield's Crazy Daisy Disco wurden ebenso rekrutiert wie
der temporäre Bassist Ian Burden. Anfang '81 fand die neu formierte Band
mit Produzent Martin Rushent zusammen und es folgte die UK Top 5 Single
"Love Action (I Believe In Love)", bevor im Herbst jenen Jahres das
Album "Dare" das Licht der Welt erblickte. Die neue Singleauskopplung
daraus war "Don't You Want Me?", ein Song, der sich ohne Umschweife zum
Tophit entwickelte. Ende 1982 veröffentlichten HUMAN LEAGUE und
Produzent Rushent unter dem Namen League Unlimited Orchestra ein
hauptsächlich instrumental gehaltenes Album mit vielen Remixen der
"Dare"-Songs. Neben Soft Cell's "Non Stop Ecstatic Dancing" war diese
Platte eine der ersten, die speziell für Dance-Clubs remixtes Material
enthielt.
Nach einem weiteren Single-Erfolg, "Mirror Man" ('83)
folgte schließlich der Longplayer "Hysteria"(1984), welcher zwar
ebenfalls nicht vom weltweiten Erfolg vernachlässigt wurde, aber leider
trotzdem Verluste seitens der US Fanschar mit sich zog. In den nun
folgenden zwei Jahren kamen keine weiteren Release aus der HUMAN
LEAGUE-Schmiede, dennoch war Phil Oakey nicht unaktiv und arbeitete mit
Giorgio Moroder an der Computer-Movie Lovestory "Electric Dreams", wo er
die Vocals zum Soundtrack einsang.
Als HUMAN LEAGUE sich wieder
ins Studio begaben, entpuppte sich der Aufnahme-Prozess als langatmige
Angelegenheit. Man probierte mehrere Studios und Produzenten aus, bis das
poppig gehaltene Album "Crash" schließlich im Herbst 1986 in
Kooperation mit den R&B-Starproduzenten Jimmy Jam und Terry Lewis auf den
Markt kam. Mit der Single-auskopplung "Human" (ein Song, den Popstar
Craig David gern während seiner Live-Shows performt) katapultierten sich
HUMAN LEAGUE ein weiteres Mal an die Spitze der Charts. Nach einem
kreativen Tief erschien schließlich 1990 "Romantic?", ein Album,
welches in den Kritiken als "uninspiriert und altbacken" bezeichnet wurde. Es
zogen wieder fünf Jahre ins Land bevor "Octopus" erschien, auf dem
HUMAN LEAGUE wieder einiges an Energie zurückgewonnen hatten.
Soweit so gut. Abermals sind fünf Jahre verstrichen und HUMAN
LEAGUE melden sich mit dem Album "Secrets" zurück, vielleicht
um endlich wieder an die alten Erfolge anzuknüpfen.

Nun ich muß sagen,
"Secrets" ist erstmal pure Popmusik ohne wenn und aber. Viele werdens
vorschnell als puren Elektro-Kitsch abtun und viel zu kommerziell empfinden.
Den Flair der Electro-Pioniere haben sie irgendwo auch längst verloren,
den Job machen mittlerweile andere mindestens genau so gut. Aber es ist, vor
allem für einen, der die damalige Zeit der Charterfolge noch mitgekriegt
hat, herzerfrischend, das Feeling der Achziger so gefühlsecht mit dieser
aktuellen Scheibe aufs Neue zu erleben. Außer daß die
Aufnahmequalität einen Quantensprung gemacht hat und die Sounds halt
moderner geworden sind hat sich eigentlich absolut gar nichts geändert.
Überlegt mal, HUMAN LEAGUE in den 70´s / 80´s, die
ganzen 90´s mit ihrem Techno glatt übersprungen, beziehungsweise
gekonnt mit in den heutigen HUMAN lEAGUE-Sound mit eingezogen, werden uns hier
Generationen übergreifendes Dancefloor-Material um die Ohren geschleudert,
daß einem schier schwindlig wird.
Die Vorabsingle und Album-Opener
"All I Ever Wanted", welche wir Euch zusammen mit ROADRUNNER RECORDS zum
Download anbieten können, ist so ein typisches HUMAN LEAGUE-
Stück, das genauso bereits in den Achzigern hätte ein Hit sein
können, von der Hightech-Produktion mal abgesehen. Aber es ist eben dieser
typische unterkühl präsentierte HUMAN LEAGUE-Sound, der sich
durch das gesamte Album fortsetzt. "Nervous" greift gleichmal tiefer in
die Synthesizer-Trickkiste und geht nahtlos in den nächsten Killer
"Love Me Maddly" über. Ja, hier sind wirklich alte Hasen am Werk,
das ist unüberhörbar.
Das Ganze setzt sich über
insgesamt 16 Titel auf "Secrets" fort, wobei einige nur kurze, aber sehr
angenehme Überleitungen zu den potentiellen Hits wie "The Snake"
oder "Sin City" darstellen. Also, Philip Oakey hat sich wirklich
alle Mühe gemacht und zusammen mit seinen Mitstreiterinnen Susanne Sulley
und Joanne Catherall ein sehr differenziert gestaltetes Album gestaltet, das
trotzdem immer noch zu hundert Prozent die unverfälschte Handschrift von
HUMAN LEAGUE und ihren unvergesslichen Hits trägt, an die sie mit
"Secrets" mit einem erfrischenden Mix aus coolen 80´s Tunes und
neuzeitlichen Klängen hoffentlich endlich wieder anknüpfen
können. Wär ihnen gegönnt!
Fazit: Für Kenner
ein Muß, für alle anderen ein Schlüssel, wo derzeit angesagte
Electrobands ihre Inspiration bezogen haben und noch ziehen
können.
Ritchie für
GOTHICWORLD
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"Secrets" -
Tracklist:
01. All I Ever Wanted
(Dave Bascombe Mix) 02. Nervous 03. Love Me Madly (Dave Bascombe Mix)
04. Shameless 05. 122.3 bmp 06. Never Give Your Heart 07. Vince
08. The Snake 09. Ringinglow 10. Liar 11. Lament 12.
Reflections 13. Brute 14. Sin City 15. Release 16. You`ll Be
Sorry |
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Lineup:
Philip Oakey Susanne Sulley Joanne Catherall
Video:
All I Ever
Wanted Real Player
All I Ever Wanted
Media Player
Single:
All I Ever
Wanted MP3
All
I Ever Wanted Real Audio
mit freundlicher Genehmigung

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