CD-REVIEWS:
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GREEN
CARNATION: "Light Of Day, Day Of Darkness" CD (Prophecy
Productions)
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Es muß einen GOTT geben, denn daß es in
der heutigen schnelllebigen Drei-Minuten-Hit-Musikmaschinerie tatsächlich
noch jemand wagt eine 60-minütigen Song auf den Markt zu bringen,
hätte ich nie und nimmer mehr zuerleben gewagt! Dabei erinnere ich mich
noch genau, wie wir früher zu ewiglangen Epen von Pink Floyd, Deep Purple
oder Yes bis zur totalen Erschöpfung gebangt haben. Das waren halt noch
Zeiten, als man nach der Hälfte des Songs erstmal die Schallplatte wenden
mußte und getrost erstmal Bier holen konnte, um das Stück zuende
genießen zu können. Ja, damals haben sich die Jungs noch was
einfallen lassen zu ihren Songs.
GREEN CARNATION, jene Band um
ex-Emperor, ex-Satyricon Tchort hat´s gewagt: "Light Of Day, Day
Of Darkness" - ein Album mit einen einzigen Song mit der Spielzeit von
über einer Stunde! Natürlich droht bei einem solchen Unterfangen,
eine Songidee und seine Melodiestrukturen bis zur Langeweile tot zuspielen,
aber "Light Of Day, Day Of Darkness" ist der Beweiß, daß das
absolut nicht der Fall sein muß.
Naheliegenderweise ist Tchorts
"Soloalbum", das er mit musikalischer Unterstützung von Kobro (Carpathian
Forest), Gastsänger Jan Kenneth Transit (In The Woods, Naervaer) und
weiteren Gastmusikern eingespielt hat ein Konzeptalbum. Das lyrische Konzept
dreht sich um Einsamkeit und dem Schicksal der ehemaligen Bandmitgliedern, den
Botteri Zwillingen (In The Woods) und ist Tchorks Sohn Damien Aleksander
gewidmet. Also wieder ein sehr persönliches Album obendrein, wie bereits
das GREEN CARNATION-Debüt "Journey To The End Of The Night"
mit dem Tchork den tragischen Tod seiner Tochter zu verarbeiteten
versuchte.
Im Grunde besteht "Light Of Day, Day Of Darkness",
durchaus aus mehreren auch völlig unterschiedlichen Songs oder Songparts,
die allerdings geschickt ineinander verwoben sind. Und für Abwechslung ist
bestens gesorgt. Heftig doomig drückendes Metal wechseln sich mit
athmosphärischen, klassisch strukturierten oder mit puristischen
Akustikgitarrenparts oder Ethnoklängen ab. Mal klingts nach In The Woods,
mal nach My Dying Bride mal nach den frühen Anathema, aber zeitweise
findet sich der Hörer wahrhaftig zurückversetzt zu denen Eingangs
angesprochenen Werken aus den Achzigern. Mal stimmt ein Kinderchor in den
Reigen ein, mal hört man Sitarenklänge, mal röhrt eine
Hammondorgel oder es erklingt ein ergreifendes
Gitarrensolo. Stimmensamples, Schreie,
Kirchenchor, einmal hab ich sogar ein Saxophon rausgehört. Und
überallem schwebt der schwermütige Dunst der Einsamkeit - Zwielicht -
Dunkelheit - atemberaubend!
Fazit: Die Skip-Taste könnt Ihr
getrost ausbauen aus Euerem CD-Player! "Light Of Day, Day Of Darkness"-
ein Meisterwerk, eine musikalische Herausforderung, aber nur für den
Zuhörer der sich Zeit dafür nimmt!
Sir Ritchie für
GOTHICWORLD
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