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IRRLICHT:
"Gedankensplitter" CD
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Ein ganz spezielles Leckeri für alle Freunde
vertonter Texte kommt hier aus der schönen Schweiz: "Gedankensplitter",
das dritte Album von IRRLICHT, nach "Armer Narr, töte dich dein Gedanke"
und "Zeit", zeigt sich angefangen vom Cover-Artwork, der Produktion und der
Liedqualität um Längen professioneller als seine Vorgänger.
Soviel schon mal vorweg, aber eins nach dem
anderen. "Gedankensplitter" beginnt mit einem symphonischen Intro,
bei dem Markus Nauli, seines Zeichens auch Keyboarder bei ILLUMINATE, von
Anfang an alle Register zieht. Großes kündigt sich da an!
"Rosengrab", in seiner ersten Version auch schon auf dem Debutalbum von 1998 zu
hören, kommt hier wirklich mit Donnerschlag und transportiert die Lyrics
von Markus Meier weitaus besser als die Urversion. IRRLICHT ist musikalischer
geworden. Die Musik unterstützt mit schleppenden aber kraftvollen Drums,
zerbrechlichen Pianomelodien und kraftvollen Chören die Worte viel
effektiver und läßt herrlich düstere Stimmungsbilder entstehen.
An dieser Stelle ein kurzer Textauszug: " ... so knie ich
nieder, weinte um ihr Leben, weinte um ihre Liebe. In stiller Erinnerung an
die Zeit mit ihr, an ihre Worte. Sie schützte mich damals vor dem
Schmerz, gab mir die Kraft und Wärme, die ein Mensch zum Leben
braucht. Einst war die Ewigkeit zum Greifen nahe, ihr Licht, heller als
jeder Stern. Wie könnte mit ihr in den Armen die Liebe jemals
sterben! Aber hast du je Blut geweint, weil ihr Tod dir alles nahm?
...." Beim folgenden "Die Seufzer der Ewigkeit" sind die
tragenden Elemente ausschließlich das Klavier und
sehsuchtsvoll-schwebende Geigen. Der Text wechselt sich in deutscher und
französischer Sprache ab. Mit "Moments" zeigt sich IRRLICHT
mal von vollkommen anderer Seite. Eigentlich ein richtig tanzbarer
Darkwave-Song mit munter treibenden Drumbeats und männlichen und
weiblichen Sprachsamples. Eben mal was ganz anderes, aber warum nicht? Wohl das
Radiotauglichste, aber Untypischste von dem Album. Dagegen
"Schritte gegen den Wind" zunächst wieder voll uns ganz IRRLICHT,
bedrohlich und düster das Intro und dann knallt mit treibenden Rythmen ein
richtiger Song los. Ja sie sind eben wirklich musikalischer geworden, achten
mehr auf groovende Refrains und abwechslungsreiche Solopassagen an der
richtigen Stelle und schrecken zum Glück nicht einmal von heavy
Gitarrensamples zurück. Mit "Aurélie" endet das Album
mit einer grandiosen, tragischen Liebeshymne, die zart und leise mit Klavier
und Streichern beginnt und sich zu einer Symphonie mit Pauken und Trompeten
steigert, die so gefühlvoll ist, daß sie dem werten Hörer
unweigerlich die Tränen aus den Augen schießen läßt.
Wirklich unglaublich, traurig schön! Nun sitz ich hier und
versuche ein abschließendes Resumé zu ziehen und es fällt mir
schwer die passenden Worte für das Gehörte zu finden. Es ist für
viele sicher nicht einfach, Zugang zu der Musik von IRRLICHT zu finden. Aber
ich glaube, daß "Gedankensplitter" es dem Hörer schon wesentlich
einfacher macht, als die Vorgängeralben, denn die Band hat viel
dazugelernt. Stimme und Instrumente werden viel effektiver eingesetzt und es
stehen nicht mehr alleine die oftmals nicht leicht zu verdauenden Texte im
Vordergrund. Die Musik und die Worte sind mehr zu einer Einheit verschmolzen
und unterstützen und ergänzen sich. IRRLICHT hat sich von Anfang die
Vertonung von Markus Meiers Gedichten verschrieben und sich damit wohl
bewußt auf eine schmale Gradwanderung gemacht. Damit werden sie bestimmt
keine Chance bei MTV haben, wollen sie aber auch sicherlich gar nicht. Aber
IRRLICHT hat seine Hausaufgaben gemacht, "Gedankensplitter" ist eine absoluter
Quantensprung. So kann ich dieses Album nicht nur Fans von ILLUMINATE, GOETHES
ERBEN und Ähnlichen ans Herz legen. Ich ziehe jedenfalls meinen Hut vor
IRRLICHT, die konsequent ihren eigenen Weg gehen!
ritchie
für GOTHICWORLD |