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Werbepost Bergheim - Nr. 27 - Mittwoch, 5. Juli 2000: Schwarz ist die Farbe der
Freude Auf der Burg Geretzhoven fand am Wochenende
ein Gothic-Festival statt
Bergheim - Wer sich fragte,
ob auf Burg Geretzhoven Trauer die ganz in schwarz gekleideten Menschen
beherrschte, die dort für drei Tage ihre Zelte aufgeschlagen hatten, dem
musste ein ganz klares Nein geantwortet werden. Im Gegenteil: Die jungen Leute
die zum ersten nicht-kommerziellen "Gothic"-Festival gekommen waren,
gehören der so genannten Gothic-Szene an. "Das ist eine komplette
Lebenseinstellung", erklärte der zum Veranstalter "GothicWorld"
gehörende Martin Braun. Die Anhänger dieser Gruppe üben durch
ihr Äußeres einen stillen Protest gegen die Gesellschaft. "Wir
kritisieren die Intoleranz der Menschen gegenüber Fremden. Außerdem
setzen wir uns intensiv mit dem Tod auseinander", sagte Braun. Der Tod sei
für sie etwas ganz Natürliches, und die Farbe Schwarz symbolisiere
für sie nicht Trauer, sondern Freude, aber auch Protest. Ihr Ziel sei es,
so Braun weiter, das kurze Leben, das den Menschen bleibt, intensiv zu nutzen,
und nicht "acht Stunden zu arbeiten und danach mit einer Flasche Bier vor dem
Fernseher zu hocken". Mit dieser Veranstaltung wolle man dem
"ursprünglichen Reiz und Geist eines Treffens von Gothic-Begeisterten"
wieder näher kommen und der zunehmenden Kommerzialisierung der Festivals
entgegenwirken. Aus diesem Grund sollen auch die Einnahmen der Veranstaltung
einer Organisation, die sich um Straßenkinder und Hunde in Rumänien
kümmert, zugute kommen, meinte Braun. So spielten dann auch über 20
in der Szene bekannte Bands aus "Spaß an der Freude". Die
geschätzten rund 2000 Besucher trafen aber nicht nur auf Musik, die sich
mit der Thematik rund um das Leben und den Tod auseinandersetzt. Auch Lesungen
von Rafael Biennia und Oliver Marttin Dahm oder eine Ausstellung von
verschiedenen Künstlern boten den Gothic-Anhängern genügend
Abwechslung.
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