Das jährliche Wave Gotik-Treffen zu Pfingsten in Leipzig
hat sich im Lauf der letzten Jahre zu einem kulturellen Ereignis von
internationalem Rang entwickelt. Hierfür sprechen die weltweite Resonanz
und nicht zuletzt die ständig steigenden Besucherzahlen: allein zum
diesjährigen Wave Gotik-Treffen kamen über 25.000 Besucher aus aller
Welt.
Unverständlicherweise haben gerade die deutschen Medien
dieses kulturelle Großereignis bislang verschlafen. Ebensowenig haben
Dokumentarfilmer sich bisher an den Themenkreis Wave - Gothic herangewagt.
Diese Lücke wollen wir mit unserem Dokumentarfilm- Projekt
"Schwarze Pfingsten Schwarzromantische Nächte in Leipzig"
schließen. Es ist der Versuch, ein kleines, feines Porträt der
"Schwarzen Szene" vor dem Hintergrund des 9. Wave Gotik Treffens zu Pfingsten
2000 in Leipzig zu zeichnen.
Aus den chaotischen Zuständen vor und
hinter den Kulissen des Treffens haben wir uns dabei bewußt
herausgehalten. Es ging uns hierbei nicht darum, das Festival zu
beschönigen und nur Highlights aus Leipzig zu zeigen, sondern in erster
Linie haben wir mit unserem Film beabsichtigt, den Inhalten der Szene auf den
Grund zu gehen gerade angesichts des breiten Angebots, das auf dem
diesjährigen Wave Gotik Treffen geherrscht hat.
Was heißt es
denn, Gothic oder Dark Waver zu sein? Sind das Tragen der Farbe Schwarz und von
Todessymbolen nurmehr Äußerlichkeiten...? Wenn nicht, was bedeuten
sie wirklich? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang das erwachende
Interesse am Mittelalter? Und wohin steuert die ganze Szene überhaupt...?
Zu diesen Fragen kommen die unterschiedlichsten Vertreter der Schwarzen
Szene selbst zu Wort ohne belehrenden Kommentar.
Unser
inhaltlicher Ansatz ist die Erkenntnis, daß die Menschen unserer
konsumgeprägten Gesellschaft dazu neigen, Tod und Elend aus ihrem
Bewußtsein auszublenden, ihre Scheu vor allem Düsteren und Fremden,
ihre Feigheit davor, sich mit ihren Ängsten auseinander-zusetzen oder den
eigenen, meist tief verwurzelten Abgründen nachzuspüren, nicht
zuletzt die mangelnde Geduld, den essenziellen Fragen des Lebens und Sterbens
(und dem "Danach...") nachzugehen.
Trotz aller technologischen
Errungenschaften besitzt die moderne westliche Zivilisation kein wirkliches
Verständnis vom Tod. Sie sieht im Sterben nichts als Vernichtung und
Verlust.
Auf dem WGT in Leipzig kamen 25.000 Menschen zusammen, die
sich dieser Verdrängungshaltung der Gesellschaft entziehen, die genau
diese Fragen bewältigen und ihre "schwarzen" Fantasien ein Stück weit
ausleben wollen - und die es geschafft haben, trotz allen organisatorischen
Chaos am Ende des WGT zusammenzuhalten.
Die Wortbeiträge sind
eingebettet in Stimmungsbilder von den schönsten Auftrittsorten des WGT
(Freilichtbühnen, Schillerpark, Moritzbastei, Kirchen, Friedhöfe
etc.) mit Musik von Kultbands wie Dreadful Shadows, Scream Silence, The Crack
of Doom, The House of Usher, Mandrake, Schattenleben u.a.
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