...wir finden zusammen, da sich die Welt zum Abend wandt... |
MDR-Interview mit Robert Dobschütz von TWINLINE: Böses Erwachen am Sonntagmorgen Die Event- und PR-Agentur Twinline gehört zu einer Reihe von Fimen, die das Wave-Gotik-Treffen nach dem Aus der Veranstaltungs GmbH zu Ende führten. Durch die Pleite enstehen der Agentur nach eigenen Angaben Außenstände von 60.000 Mark für Programmhefte, Plakate und Pressearbeit. 40.000 Mark Verlust fuhr die Agentur außerdem mit den "Pfingstagen der Alten Musik", ein Festival im Festival, ein. Robert Dobschütz von Twinline erzählt Uwe Schimunek von MDR ONLINE, wie er die turbulenten Ereignisse zu Pfingsten erlebt hat. Wie kamst Du dazu, Dich zu engagieren, um dieses Treffen einigermaßen geregelt zu Ende zu bringen?Robert Dobschütz Ich habe das nicht alleine gemacht. Das waren cirka zehn Subunternehmen, die einfach weiter gemacht haben. Ich gehörte nur durch Zufall zu den Leuten, die das dann koordinierten. Wenn ich das richtig verstanden habe, war Deine Firma bislang in das Treffen involviert, indem sie die PR-Arbeit gemacht hat. Aber selbst die hatte Twinline ja schon kurz vor dem Treffen abgegeben... Robert Dobschütz Unserer Meinung kam es schon im Vorfeld des Treffens zu gravierenden Fehlern. Wir haben dann versucht dem Veranstalter klar zu machen, dass es Schwierigkeiten geben wird. Und die sind dann am Sonntagmorgen auch eingetreten. Was ist konkret am Sonntagmorgen passiert? Robert Dobschütz Die Veranstalter-Firma meldete ein Insolvenzverfahren an. Am Sonntagmorgen ließ sie das durch ihren Anwalt bekannt gegeben. Schon am Abend zuvor waren zwei Bands ausgefallen, nämlich And One und Phil Boa. Der Grund war, dass die Gage nicht gezahlt werden konnte. Als am Sonntagmorgen früh um 5 Uhr auch die Security fehlte, hat das die Subunternehmer wach gerüttelt. Wir saßen auf einmal alle an einem Tisch und haben überlegt, was wir jetzt tun. Warte mal, man merkt doch nicht mitten im Treffen, also am Sonntagmorgen früh um fünf, dass der Veranstalter zahlungsunfähig ist... Robert Dobschütz Das entzieht sich auch meiner Kenntnis. Wir haben fünf Monate im Vorfeld mit diesen Leuten zusammengearbeitet. Wir haben uns Mühe gegeben zu erklären, dass dort Fehler vorliegen. Aber wenn die Veranstalter solche Fehler selber nicht sehen, kann es schon zu solchen Zuständen kommen. Dann merkt man urplötzlich an einem Morgen; man hatte nicht genug Geld. Man kann plötzlich jemanden nicht mehr bezahlen, der existenziell wichtig ist. Das ist ja nun wirklich ein Signal, wenn die Security nicht mehr da ist. Dann merken auch die Gäste, dass hier nichts mehr geht. Wie ging das dann weiter? Bei der Security hat die Polizei geholfen, soweit ich das mitbekommen habe... Robert Dobschütz Zur Polizei muss man folgendes sagen. Sonntagmorgen gegen 11 Uhr kam ein höherer Beamter. Auch das Ordnungsamt kam dazu. Wir erhielten die Zusage, dass wir Hilfe bekommen. Wir wollten eventuelle Probleme verhindern, indem wir die Veranstaltung fortführen. Die Beamten sind gekommen und haben wirklich geholfen. Das ging bis dahin, dass ein Besucher in einen Funkwagen einsteigen durfte. Von dort aus hat er dann per Lautsprecher das Programm bekannt gegeben. Da möchte ich auch ausdrücklich Dankeschön sagen. Wie habt ihr die ganzen Bands dazu bekommen, ohne Gage zu spielen? Robert Dobschütz Ich glaube, die Bands hatten begriffen, worum es geht. Hier waren unglaublich viele Menschen, die diese Bands sehen wollten, die wegen dieser Bands gekommen waren. Da wir einige Veranstaltungsorte aufgeben mussten, hatten wir am Ende sogar Probleme, für jede Band einen Platz auf den Bühnen zu bekommen. Das spricht sehr für diese Bands und das waren immerhin sechzig. Es waren übrings auch sehr gute Bands. Wagen wir mal einen Ausblick. Wird nach diesem Katastrophen-Treffen im nächsten Jahr wieder ein Festival geben? Robert Dobschütz Ich glaube, an diesem Sonntag haben sich Enthusiasten gefunden. Ich glaube, es wird ein zehntes Wave-Gotik-Treffen geben und es wird hier in Leipzig stattfinden. Die Szene hat die Kraft. Man ist halt immer zu Pfingsten hier, das ist wie ein Gesetz. 13.06.2000 13:27 (Uwe Schimunek von MDR ONLINE) Folgende Stellungnahme wurde uns per E-Mail übermittelt: Eis & Licht schrieb: > > Ein Kommentar zum diesjähringen Wave-Gotik-Treffen von Thomas Fritzsche (Zinnober Magazin). > > Man verzeihe ihm die Fehler, denn es ist spät > I. Twinline/Robert Dobschütz = die Retter? > II. Management und Organisationsfehler. > III: Josef Klumb und Von Thronstahl > IV. Die wahren Leidtragenden > V. Ein Ausblick. > > zu I. > Wir wissen das die Medien R.Dobschütz und Twinline als Retter des WGT > feiern. Sie stellen sich auch selbst als diese hin. > Wir wissen aber auch, das diese Firma zielgerichtet von Anfang an auf den > Sturz der jetzigen Org. hinarbeitete und den Tod des Festivals billigend in > Kauf nahm um endlich selbst das Ruder in die Hand zu bekommen. So wurden wir > u.a. auch Augenzeugen des "Putsches" am Sonntag-Nachmittag auf dem > AGRA-Gelände. Desweiteren bekamen wir die Kompetenz von Dobschütz & > Konsorten des öfteren zu spüren. Sie ist nicht um vieles besser als die von > Michael Brunner. > Deshalb empfehlen wir abzuwarten und sich genau zu informieren. > > II. > Addiert man o.g. Bestrebungen mit den hausgemachten Fehlern des Managements, > so wundert man sich über die Pleite des diesjährigen Treffens nicht. Man > kann nicht gegen die Medien arbeiten, man kann nicht -trotz besserem Wissen- > seinen Feinden (siehe I.) Geld und Verantwortung geben, man kann keine > Eindeutschung aller Begriffe vornehmen und man kann nicht an VON THRONSTAHL > festhalten - Nicht bei einem Festival in dieser Größe. > Und man kann nicht Geld ausgeben (sprich: Metal-Prolls mit Bierbüchse im > INTERCONTINENTAL-Hotel einquartieren) was man nicht hat. > > III. > Neofolk: Es war vorauszusehen und es war eine Katastrophe. VON > THRONSTAHL live mussten nie sein, das sie da waren und verboten wurden, > wunderte niemanden, wenn auch die Begründung merkwürdig ist. Das Herr Klumb > es trotzdem nicht lassen konnte zu posen, das er trotzdem pöbelte und das er > trotzdem sich feiern ließ, finden wir peinlich, peinlich wie die gesamte > Aktion mit VON THRONSTAHL-Sound auf der Parkbühne. Wenn wir auch die > musikalische Arbeit noch immer schätzen ist unser Bild von Herrn Klumb mit > dem diesjährigen Treffen völlig zerbrochen und es ist auch nicht mehr zu > heilen, da Einsicht nicht zu erwarten ist. Er hat dem Neofolk damit Schaden > zugefügt, leider mit Hilfe des WGT. > Das ist unverzeihlich. > > IV. > I.O., viele haben umsonst Eintritt bezahlt. Auch Anfahrtskosten. Und einige > haben gar das Hotelzimmer umsonst gebucht. > ABER bitte denkt an jene, die dieses Jahr die wirklich Leidtragenden waren - > die Künstler. > Wochenlanges Proben, weite Flüge (DIJ) oder Fahrtwege (SCIVIAS), keine > Gagen, kein Hotel (Wenn die Bands in den Zimmern bleiben wollten mussten sie > selbst bezahlen), kein Catering. Nur Kosten. Und das sind bei einigen > (TENHI) nicht gerade wenige. > > V. > Wenn es der Wave-Gotik-Treffen GmbH gelingt nachzuweisen das TWINLINE > vorsätzlich sabotiert hat bleibt dem Treffen die Kultur erhalten, wenn auch > einschneidende Veränderungen stattfinden müssen. > Bleibt TWINLINE - und so schaut es aus - der Sieger, dann haben wir ein > weiteres x-beliebiges Festival mit tollen Bands und den üblichen Stars. Dann > würde aber vielleicht alles einmal klappen? > Uns ist es egal. Wir hätten nicht dagegen, Pfingsten auch einma wieder in > Familie zu verbringen. > > > > Von Martin (THE HOUSE OF USHER) Hallo Eis & Licht! Schön, daß von Euch im Falle Klumbs ein Einsehen erfolgt ist. Dieser Typ hat mich, in Kenntnis meiner Gegnerschaft zu ihm und seinem braunen Anhang, im Hotel "Renaissance" wiederholt angepöbelt und bedroht, seinen "heiligen Krieg" aber auf "später" verschoben. Es bleibt zu hoffen, daß sich die Szene endlich von Elementen befreit, welche braunes Pack anzieht wie die Scheißhausfliegen. Man brauch sich sonst nicht zu wundern, wenn wie im Falle der (anschließend gecancelten) ATTRITION / Cirlian Camera - Tour Skinheads und rechte Goths gegen eine relativ links verortete Band tätlich werden. Die dämlich herumlavierende Erklärung Angelo Bergaminis hat bei den Nazis große Freude ausgelöst! Unsere Band hatte in besonderer Weise mit der Katastrophe WGT zu kämpfen. Obwohl wir ewig lange auf der Setlist der AGRA standen (während die vermeintlich größeren Bands noch überlegten überhaupt für lau aufzutreten!) kickte man uns während des Abends aus dem Programm, wohlwissend (!), daß dadurch unsere lang vorbereiteten Filmaufnahmen den Bach runter gingen! Unmöglich auch die Überheblichkeit Bruno Kramms welcher dafür sorgte daß kurzfristig "seine" vermeintlichen Topacts die interessanten Acts der Szene verdrängten. O-Ton Kramm: "Ihr könnt doch hier nicht solche Demo-Bands (!) spielen lassen während APOPTYGMA und CHRISTIAN DEATH spielen wollen". Das Gelabere von der "großen Familie" während des Auftritts können sich DAS ICH, und die vor allem, in den A.... schieben. Zu den sogenannten Rettern nur soviel: In allen Erklärungen wurde versprochen, daß die Bands, welche dennoch umsonst auftreten wollten keine Hotelzimmer bezahlen müßten. Das war von Anfang an eine infame Lüge (!) die uns nochmals zusätzliche Miesen verursacht hat. Es bleibt zu hoffen, daß es einen organisatorischen wie inhaltlichen Neuanfang des Treffens geben wird. Das 1. GOTHICWORLD-Treffen auf der Wasserburg Geretzhoven bei Niederaußem (bei Rommerskirchen, zw. Neuss und Köln) vom 30.6.-2.7.2000, bei dem wir ebenfalls dabei sein werden, atmet den Geist eines echten Neuanfangs und war auch im Vorfeld bereits in mancher Hinsicht als Antipode zur Gigantomanie des WGT konzipiert worden. Infos gibts unter http://www.the-gothicworld.de Unseren Leipziger Fans können wir schon jetzt ein außergewöhnliches Konzert auf dem vom 6.-8.10. stattfindenden ELSTERCON (Treffen der SciFi und Horrorliteratenszene) empfehlen. Eine ausführliche Erklärung der Band wird in Kürze auf der homepage der Band veröffentlicht. Martin K. (T.H.O.U.) So, Freunde, Ich denke das reicht jetzt an Meinungen und Stellungnahmen. Lassen wir das WGT in Frieden ruhen und in guter Erinnerung behalten. Wir für unsere Fälle konzentrieren uns jetzt auf das gute Gelingen des GWT 2000. Seeyou ebenda! - ritchie aus der GOTHICWORLD |
zurück |